Gibt es bei der Partnerwahl ein Beuteschema?

Gibt es bei der Partnerwahl ein Beuteschema?

„Nie wieder lasse ich mich auf so jemanden ein!“ – Das oder etwas Ähnliches haben sich sicherlich schon viele nach einer gescheiterten Beziehung gesagt. Hat man dann einen neuen Partner, ähnelt er dem Ex aber meist doch ziemlich. Woran liegt das und nach welchem Schema erfolgt die Partnerwahl?

Boris Becker bevorzugt seiner Frauenwahl nach zu urteilen in erster Linie den dunklen Frauen-Typ, Leonardo DiCaprio hingegen hatte bereits einige Blondinen an seiner Seite. Das legt nahe: Sie verfolgen ein bestimmtes Beuteschema. Damit sind sie aber längst nicht alleine. Die Vorliebe für bestimmte Typen – ob klein, groß, dunkelhaarig oder blond – kennen wohl die meisten. Ein Gegenüber, das nicht in das Suchmuster passt, wird als potentieller Partner meist schnell aussortiert. Was auf den ersten Blick oberflächlich erscheint, hat aber oft durchaus plausible Gründe.

Liebe oder Outsourcing auf den ersten Blick

Das feste Schema, das viele Menschen bei der Partnerwahl verfolgen, bedeutet eine stark eingeschränkte Auswahl. Das passiert manchmal bewusst, doch mindestens genauso oft unbewusst. Ein kurzer Blick genügt und oft binnen weniger Sekunden wird eine Entscheidung gefällt: ja oder nein.

Die märchenhafte „Liebe auf den ersten Blick“ gibt es bedauerlicherweise nicht. Vielmehr ist es die erotische Anziehung zu einer Person, die man schlagartig empfindet. Diese entsteht nicht nur aufgrund optischer Reize, sondern ebenso durch den körpereigenen Geruch. Anhand dessen kann ein Mensch unbewusst feststellen, ob das Erbgut des potentiellen Partners zu dem eigenen passt oder nicht.

Worauf der „erste Blick“ bei einem interessanten Gegenüber tatsächlich wandert, verrät eine Studie des Wellesley Colleges und der Universität Kansas: Die Augen der Männer wandern in erster Linie auf die Brust oder Hüfte der Frau, Frauen hingegen schauen überwiegend auf die Kopfregion des Mannes.

Erfahrungen in der Kindheit

Den Grund, warum wir immer wieder ein bestimmtes Beuteschema verfolgen, sieht der Beziehungsberater Christian Thiel in der frühen Kindheit. Er führt die Wahl eines Partners auf das Verhältnis zu seinem gegengeschlechtlichen Elternteil zurück. Hatte jemand eine gute Beziehung zu seinem Vater oder seiner Mutter, so fühlt er sich zu Personen hingezogen, die diesen ähneln – oder eben umgekehrt.

Das Motiv dafür sind die Erfahrungen, die man in der Kindheit machen durfte beziehungsweise musste. Verbindet jemand schöne Erinnerungen mit seinen Kindertagen, wird er diese wiederholen wollen und sucht deshalb nach Ähnlichem. Wohl eher unbewusst als bewusst fällt die Wahl daher auf einen Partner, der in Haarfarbe, Statur und Körpergröße dem gegengeschlechtlichen Elternteil ähnelt. Männer orientieren sich zudem an dem Bildungsstand ihrer Mutter. Die Zusammenhänge zwischen den Gesichtszügen von Elternteil und Partnern belegt nun auch eine Studie für die Londoner Royal Society. Bei all der Ähnlichkeit ist jedoch eine Gleichheit ausgeschlossen. Dafür sorgt das Inzesttabu, welches in unserem Unterbewusstsein verankert ist.

Wo die einen nach einer Ähnlichkeit zu ihrem gegengeschlechtlichen Elternteil suchen, wollen die anderer das vermeiden. Jemand, der in seiner Kindheit negative Erfahrungen machen musste, wird sich eher zu Personen hingezogen fühlen, die dem Gegenteil des Vaters oder der Mutter entsprechen. Etwa 20 Prozent der Menschen gehen laut Thiel so oppositionell bei ihrer Partnerwahl vor. Dahinter steckt der unterbewusste Versuch, sich vor weiteren schlimmen Erlebnissen zu schützen. Das kann täuschen. Ob man positive oder negative Erfahrungen mit einem Partner machen wird, lässt sich wohl kaum durch dessen Aussehen vorherbestimmen.

Ähnliche Situationen ziehen an

Die passende Optik ist noch lange keine Garantie für eine funktionierende Beziehung. Das gewährleisten viel eher die Charaktere der Partner. Nach welchen Kriterien diese als harmonisch befunden und ausgesucht werden, hat der Sozialpsychologe Donn Byrne untersucht. Das Ergebnis: je ähnlicher man denkt, dass man sich ist, desto sympathischer ist man sich. Dazu zählen ähnliche Gedankenwege, Verhalten, Erfahrungen und Entscheidungen, die man im Laufe seines Lebens getroffen hat.

Die Grundlage dafür liegt oft schon im gemeinsamen Alter der Partner. In den meisten Beziehungen liegt der Altersunterschied bei zwei bis drei Jahren. Aufgrund dessen haben viele ihre Kindheit und Jugend in einer sehr ähnlichen Zeit verbracht – das schafft eine Verbindung. Abgesehen davon erzeugen vergleichbare Lebensereignisse, wie zum Beispiel der frühe Verlust eines Elternteiles und die Herkunft aus einem ähnlichen sozialen Milieu ein besonderes Verständnis für- und untereinander. Dabei hilft zudem ein entsprechendes Bildungsniveau, das – laut Byrne – bedeutender für eine Beziehung ist als gemeinsame Interessen. Zuletzt ist auch die Familiensituation der Partner ausschlaggebend, da diese die Charakterbildung eines Menschen enorm beeinflusst. So fühlen sich Einzelkindern instinktiv zu Einzelkindern und Zweitgeborene zu Zweitgeborenen hingezogen.

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